Choreographisches Theater Johann Kresnik, Oper Bonn.

JOHANN KRESNIK CHOREOGRAFIERT DEN "RING" IN BONN.
Die Welt
Jochen Schmidt
18. Februar 2008
Der eigentliche Star der Aufführung ist nicht der schmale, langhaarige Siegfried-Darsteller Sascha Halbhuber Stead und nicht einmal der Choreograf selbst, sondern sein Bühnenbildner: der Maler Gottfried Helnwein.
Wenn über einen Zwischenvorhang nicht gerade Fritz Langs "Nibelungen"-Stummfilm oder ein Disney-Comic im Nazi-Land flimmert, beherrscht ein riesiges Krankenbett die Szene: Symbol für den Brünnhilde-Felsen. Irgendwann wird es krachend eingerissen. Immer wieder rückt zudem ein gigantischer goldener Lastwagen-Reifen ins Zentrum, Versinnbildlichung des goldenen Nibelungen-Schatzes. Zum Finale kracht aus dem Bühnenhimmel ein großer US-Wagen auf einen ganzen Autofriedhof, ehe ein Kühlschrank mit vorausgehendem Inhalt folgt. Der hing von Anfang an drohend über der Aufführung. Schließlich fallen die Flügel-Attrappen in den Orkus unter der aufgerissenen Bühne; in diesem Walhall bleibt kein Stein auf dem anderen.
=> Die Welt, Jochen Schmidt, JOHANN KRESNIK CHOREOGRAFIERT DEN "RING" IN BONN, 18. Februar 2008





